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Anzeige GeschichteEin kleiner historischer Streifzug durch die Geschichte des Münchner Oktoberfestes.Schon seit je her waren Feste im Oktober in Bayern keine Seltenheit. Dies liegt vor allem darin begründet, dass damit das eingelagerte Märzenbier (auch Märzen, ein untergäriges Lagerbier) vor dem Anfang der neuen Brausaison aufgebraucht werden sollte. Der Anfang: Ein Pferderennen vor der StadtGrundstein für das Münchener Oktoberfest legte im Jahr 1810 ein bürgerlicher Lohnkutscher. Anlässlich der Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Hildburghausen schlug er vor, ein Pferderennen vor den Stadtmauern von München auszurichten. Die Idee wurde allesamt positiv aufgenommen, so dass es dazu kam, dass im Oktober des Jahres 1810 auf einer Wiese am Stadtrand (der heutigen Theresienwiese - daher auch der umgangssprachliche Begriff "Wiesn") eben dieses Pferderennen ausgetragen wurde. Wie nicht schwer zu erahnen ist, leitet sich der Name "Theresienwiese" von dem Namen der Braut - Theresie - her. Das Pferderennen gründete somit den Vorläufer des Oktoberfestes. Die Entwicklung des Oktoberfestes im 19. JahrhundertIn den Jahren darauf waren sich dann alle einig: Das Fest sollte weiterhin stattfinden. Im Jahr 1813 fiel das Fest jedoch erst mal aus, da Bayern in die napoleonischen Kriege verwickelt war. Doch anschließend ließ sich Bayern vom Feiern nicht abhalten. Zur Pferderennbahn kamen schnell weitere Attraktionen wie Kletterbäume, Kegelbahnen oder Schaukeln. Das erste Karusell wurde im Jahr 1818 aufgestellt. Losstände kamen ebenfalls hinzu, die überwiegend die ärmere Stadtbevölkerung in der Erhoffung eines schnellen Gewinnes anzog. Im Jahr 1850 wurde die Bavaria an der Festwiese enthüllt. Drei Jahre später, im Jahr 1853, wurde die Ruhmeshalle fertig gestellt, zu dessen Füßen die Bavaria steht. 1854 und 1873 musste das Oktoberfest wegen Cholera-Epidemien leider ausfallen. Auch im Jahr 1866 und 1870 fiel das Fest wegen Krieg aus. Nachdem im Jahr 1880 der Bierverkauf genehmigt wurde und 1881 die erste Hendlbraterei auf dem Oktoberfest eröffnet wurde, entwickelte sich das Oktoberfest schnell zu dem Fest, wie wir es heute kennen. Das traditionelle Oktoberfest-Bier sowie das Wiesnhendl geht auf diese Zeit zurück und erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Auch die heutige zeitliche Terminierung des Oktoberfestes geht auf diesen Zeitraum zurück. Um den schlechten Oktober-Wetter zu entfliehen, entschloss man sich, das Oktoberfest auf die letzten September-Wochen zu verlegen. Doch das war noch nicht alles: Elektrischer Strom zog auf der Theresienwiese ein. Und um den Ansturm der Besucher bewältigen zu können, wurden statt der bisher verwendeten Bierbuden größere Bierzelte aufgestellt. Die zunehmende Größe des Festes zog auch immer mehr Schausteller an die somit für ein ständig wachsendes Unterhaltungsangebot sorgten. Das Oktoberfest im 20. Jahrhundert.In den Jahren 1914 bis 1918 mußte das Oktoberfest wegen des Ersten Weltkrieges leider ausfallen. Im Jahr 1919 und 1920 fand nur ein verkleinertes Fest statt. Die Jahre der Inflation, 1923 und 1924 sorgten ebenfalls für einen Ausfall des Festes. In der Zeit des 2. Weltkrieges von 1939 bis 1945 fand auch kein Oktoberfest statt. In den Jahren von 1946 bis 1950 gab es zunächst kleine "Herbstfeste" - diese Entwickelten sich aber schnell wieder zum großen Oktoberfest. Im Jahr 1950 wurde durch den damaligen Oberbürgermeister Thomas Wimmer die wohl bekannteste Tradition eingeführt: das Anzapfen. Seit diesem Zeitpunkt sticht der Oberbürgermeister von München am ersten Wiesn-Samstag um Punkt 12 Uhr das erste Fass Wiesn-Bier an und verkündet in aller Herren Welt mit dem Ruf "O'zapft is'" die Eröffnung des Oktoberfestes und wünscht "eine friedliche Wiesn". Diese Tradition wurde eingeführt - eine andere jedoch nach dem Krieg nicht mehr fortgeführt: Die bis dahin ausgetragenen Pferderennen fanden nicht mehr statt. Im Jahr 1980 wurde das Oktoberfest von einer Bombenexplosion am Haupteingang überschattet. 13 Menschen wurden dabei getötet. Über 200 teilweise schwer verletzt. Ein Gedenkstein am Haupteingang erinnert noch heute an diesen schwarzen Tag. Das Münchner Oktoberfest heuteGerade zu Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Oktoberfest mehr zu einem Sauf- und Baggerfest bzw. zu einem Ballermann im Herbst. Um diesem Umstand gegenzusteuern und wieder mehr zu den klassichen traditionellen Wurzeln bayerischer Tradition zurückzukehren, wurde gerade in den letzten Jahren wird vermehrt auf Tradition Wert gelegt. Auftritte von Promis, die ihren Wiesn-Besuch für PR- oder Marketing-Veranstaltung nutzen wollten, sind nicht gerne gesehen und werden untersagt. Die Kapellen sind verpflichtet worden, bis 18 Uhr Blasmusik die nicht lauter als 85dB ist, zu spielen. Weiterhin wird auch Brauereien mit Sitz außerhalb des Münchener Stadtgebietes ein Zelt auf dem Oktoberfest untersagt. Neben modernen Fahrgeschäften finden auch weiterhin traditionelle Schausteller wie Riesenrad, Krinoline, Toboggan, Teufelsrad, Schichtl oder Pitt's Todeswand einen Platz und Anklang. |
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